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Stark Gedicht von Heinz-Albert Ellner Zu Kürrenberg - nächst Reudelsterz - Fasst´ einst sich eine Maid ein Herz.War es vor - bald - dreihundert Jahren? Die Bauernmaid fragt´ den Papa:„Ach, sag´, beim letzten Fest da warEin scheuer Bursche... unerfahren.“ Oh, Herr Papa, du kennst ihn dochNun sag´, woher kam er denn noch?War groß und... still - mit schwarzen Haaren.“ Der Vater nun, erstaunt und froh,daß seine „alte“ Tochter sorecht zäh blieb, mit fast dreißig Lenzen. „Der Jungmann ist aus Reudelsterz.Es wär´ schon lange Zeit, mein Herz,durch Heirat mal mit Dir zu glänzen.“ „Ach, lass, ich mach´ das jetzt allein.Warum sollt´ eine Frau nicht frei´n?Sag´ Mutter, würd´ paar Stunden schwänzen.“ Im Nu war sie im Ochsenstall,Schnell angespannt, und für den Fall...Die Peitsche - schnell noch - mitgenommen. So trotten sie nach ReudelsterzEin Ochs´, ein Wagen und ein HerzHimmelhoch jauchzend, mal beklommen. Fast eine Stunde war dahin.In Reudelsterz, ‘die Dicke Trin’,Hatte vom Fest ‘was’ mitbekommen. Der Dorfdepp eilte schon voraus.Wie´ n Herold rief´ s von Haus zu Haus:„Marie kommt mit dem Ochsenwagen.“ Das halbe Dorf war auf den Beinen.Sollt´ sie jetzt lachen? War´ s zum Weinen?„Nun macht mal Platz. Hört auf zu fragen“ Wütend pflügt sie durch die Masse:Vollweib mit Charakterklasse.Ihr Wesen war es, nie zu klagen. So kam sie endlich auch dort an,Wo Vater sagte, der JungmannWürde bei seinen Eltern wohnen. Die Dörfler raunen zu, halblaut:„Die späte Jungfer... sich das traut....“Doch Sie: „Mein Glück wird mich belohnen.“ Sie klopft... Der Zweifel noch kurz nagt:„Ist der Johannes da?“ Sie fragt.“Ja, schnell herein... Wir woll´n uns schonen.“ Johannes steht mit rotem KopfTief d´rin im Flur. Ihr heller ZopfSchwingt ernst mit, als sie zu ihm schreitet. Die Eltern hatten sich entfernt,So viel hatten sie doch gelernt,Was ’diese Sache dort’ bedeutet. „Hallo Johannes, hast´s gehört…?Ich geh´ wieder, wenn es dich stört....Du weisst, was mich zu Dir geleitet?“ Johannes nickt, die Röte weicht,Nun wird´ s auch ihm um´s Herz so leicht,Jetzt fühlt erneut er dieses Beben... Wie Schmetterlinge in der Brust.Er sieht Maria, spürt die Lust,Sie einfach in den Arm zu nehmen. Marias Ahnung wird bestärkt.Sie ahnt nicht mehr, sie weiss und merkt.Der Mann dort, der wird bald ihr Leben. ~Kaum gesehen, fest im GlaubenSchau´n sie - tief - sich in die Augen,Fassen – zart - sich bei den Händen. Harren so in Glücks-Sekunden.Alles scheint nun überwunden:Früh´ re Scheu in Rückverhalten..... Gestärkt durch dieses stille Tun:Maria: „Wann?“ Johannes: ”Nun,Sagen wir´s sofort den Eltern.“ Zaudern war da nicht, kein Fragen.Zwei, die sich alleine wagenLeben, Schicksal, nun zu teilen. Das ganze Dorf stand vor der Tür.Maria schritt durch das Spalier.Man wich vor ihrem stolzen Gang. Dann zu Haus´ den Ochs´ vom WagenAbgespannt, hört´ sie schon fragenVater, Mutter, durcheinander: „Nur knapp zwei Stunden warst Du fortNun Tochter sag, von welchem OrtFindet man so schnell nach Hause?“ „Ach, ich fuhr, mein Glück zu fragen -Nicht zu warten - mich zu wagen -Selbst mein Schicksal zu bestimmen.“ Mutter, Vater, hörten staunend:Das Gescheh´ n: ..... die Menschen raunend... Dies und das - ihr ganzes Wirken..... ~Die Hochzeit war dann weit und breitFür viele die GelegenheitZu tratschen, was des Tratschens war. Doch diese beiden ficht´ s nie anSie standen tapfer ihren Mann...und... ihre Frau, vermut´ ich mal. ~In ihrem Häuschen, nah am Wald,Wurden Marie und Hannes altMit Kindern, deren fünf, gesegnet. Und wenn sie nicht gestor.... ___ Kreativzeit: Kürrenberg, Fr., 25.08.06, ca 00:15 – 01:35©2006 Heinz-Albert Ellner
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